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Wir begeistern uns für Skulpturen aller Art und sind fasziniert von Künstlern, Mäzenen, Museen, Denkmälern und Wohnen mit Kunst. Mit dem Kunstblog SKULPTURIA wollen wir uns unglaublichen 30.000 Jahren Bildhauerei nähern: ungezwungen, spontan, vorurteilsfrei, naiv, unakademisch und mit viel Herzblut.

 

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Meine ersten Skulpturen waren Ritter, Cowboys und Indianer aus Kunststoff. Ich war fünf Jahre alt und liebte sie über alles. Später kamen He-Man Figuren und Jedi-Ritter hinzu. Die Sammlung wuchs, aber es waren so viele erhältlich, dass man sie nicht alle haben konnte. Irgendwann als früher Teenager habe ich die Musik entdeckt und begann Platten zu sammeln. Ebenfalls ein unerschöpfliches Sammelgebiet. Die geliebten Figuren aus Plastik wanderten schließlich in den Keller. Mit Mitte 20 zog ich nach München in die Maxvorstadt. In der Nähe vom Josephsplatz gab es einen türkischen Trödler, der immer mal wieder Kartons mit antiquarischen Büchern vor sein Geschäft stellte. Mittlerweile sammelte ich nämlich Bücher. Beim Durchstöbern der Bücherkisten fiel mein Blick in den Laden. Auf einem verstaubten Bücherregal stand eine merkwürdige Büste aus Ton. Die Zeit stand für einen Moment still. Ich kniete immer noch über den Büchern, aber die Figur auf dem Regal zog mich magisch an. Ich erhob mich und begann diesen Tonkopf näher zu betrachten. Ein junger Mann mit edlen Gesichtszügen und ungewöhnlicher Kopfbedeckung sah in die Ferne. Der türkische Ladenbesitzer rief mir von seiner Theke aus zu: „Das ist der Bamberger Reiter.“

Dies war der Beginn meiner Faszination und Sammelleidenschaft für Skulpturen. Die Büste des Bamberger Reiters besitze ich natürlich immer noch und jedes Mal, wenn ich im malerischen Bamberg haltmache, besuche ich das Original: die älteste erhaltene mittelalterliche Reiterplastik aus Stein.

Darius Hupka
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