Fritz Huf: Bronzebüste von Rainer Maria Rilke

Bronzebüste "Rainer Maria Rilke" von Fritz Huf; amtliche Fotografie zur Olympia-Ausstellung "Große Deutsche in Bildnissen ihrer Zeit", Kronprinzenpalais, Unter den Linden, August 1936

Auf einem Berliner Flohmarkt habe ich diese seltene Kunstpostkarte (N. G. 8., Hans Andres, Berlin W 15.) entdeckt. Dargestellt ist der bedeutende Lyriker Rainer Maria Rilke (1875 – 1926) in einer Bronzebüste von Fritz Huf (1888 – 1970). Huf war ein Schweizer Bildhauer, Maler und Zeichner. Auf Fotografien wirkt Rilke immer etwas unruhig und getrieben auf mich. Diese äußerst gelungene Bronzebüste zeigt ihn in sich ruhend, fast wie einen konfuzianischen Gelehrten. Das folgende Gedicht aus seinem Stundenbuch passt sehr gut zu der dunklen Innerlichkeit dieses charismatischen Rilke-Kopfes.

 

Du Dunkelheit, aus der ich stamme
1919

Du Dunkelheit, aus der ich stamme
ich liebe dich mehr als die Flamme,
welche die Welt begrenzt,
indem sie glänzt
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen –:
für irgend einen Kreis,
aus dem heraus kein Wesen von ihr weiß.

Aber die Dunkelheit hält alles an sich:
Gestalten und Flammen, Tiere und mich, wie sie’s errafft,
Menschen und Mächte –

Und es kann sein: eine große Kraft
rührt sich in meiner Nachbarschaft.

Ich glaube an Nächte.

Rainer Maria Rilke

 

— dh —

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